Ziele des Projektes

  • Patienten mit Kiefer- und Gesichtsdefekte durch Kieferprothesen und Epithesen zu versorgen
  • Coaching von Zahnärzten und Technikern, damit sie später die Arbeit übernehmen und die Behandlung alleine durchführen können
  • Das Coaching kann in der Türkei oder in Deutschland stattfinden

Weitere Projektziele

  • Positive Psychosoziale Effekte bei den PatientInnen durch die ästhetische Rekonstruktion, welche zur Reintegration der Patienten in der Gesellschaft beitragen kann
  • Aufbau einer eigenständigen Einrichtung für die Versorgung der Epithetik Patienten in Syrien
  • Gewinnung weiterer Kooperationspartner wie z.B. die Union of Medical Care and Relief Organizations (UOSSM)

Vorteile des Projektes

  • Das Projekt wird durch ehrenamtliche Zusammenarbeit von Spezialisten durchgeführt
  • Es befindet sich zurzeit keine andere Hilfsorganisation, die eine epithetische Versorgung für die maxillofazialen Defekten anbietet
  • Der Behandlungsaufwand ist geringer, als eine Behandlung dieser Patienten in Deutschland oder einem anderem Land. So wird z.B. die Anfertigung einer Augenprothese, welche in Deutschland ca. 1400€ kostet, hier mit einem Aufwand von ca. 150€ ermöglicht
  • Kein Reisebedarf für die Patienten und die Behandlung ist für alle Patienten in Syrien verfügbar
  • Dieses Projekt bietet auch Coaching für die Kollegen in Syrien an, damit es später alleine und ohne Unterstützung vom Ausland fortgesetzt werden kann.

Schwierigkeiten und Herausforderungen

Erreichbarkeit der Patienten/Sicherheitsproblem

Auf Grund des erhöhten Sicherheitsrisikos in Syrien, mussten viele Gesundheitszentren in Grenzregionen auf türkischer Seite gegründet werden. Zwar genehmigte das türkischen Gesundheitsministerium die Behandlung syrischer PatientInnen durch syrische und internationaler Ärzte recht unbürokratisch. Jedoch müssen  die Patienten aus Syrien große Strapazen auf sich nehmen und riskante Wege zurücklegen, um das medizinische Behandlungszentrum in Reyhanli zu erreichen.

Komplizierte Fälle

Einige Patienten haben komplizierte Defekte, die eher durch kombinierte chirurgisch-epithetische Verfahren versorgt werden müssen. Die Versorgung von Kindern stellt eine andere Herausforderung dar. In der Wachstumsphase muss die wiederholte Anfertigung der Epithese bzw. Prothese in Betracht gezogen werden. Bei kleinen Kindern muss das Wachstum der knöchernen Strukturen wie der Orbita durch Expander begleitet werden. Das ist für die symmetrische Entwicklung des Gesichtes unabdingbar. Das benötigt allerdings eine zusätzliche Beratung erfahrener Fachärzte und bringt infrastrukturelle Herausforderungen mit sich.

Psychische Probleme

Psychische Probleme sind insbesondere bei jungen Patienten zu beobachten. Andere sind mit einer Epithese  nicht zufrieden und sehen sie als einen belastenden Fremdkörper an. Sie erwarten von der Chirurgie auch die Wiederherstellung von großen Defekten im Gesicht.